Hand spielt auf den Saiten einer E-Bassgitarre

Bass Akkorde spielen: Praxisorientierte Anleitung für ambitionierte Bassisten

Das Spiel von Bass Akkorden eröffnet für Bassisten vielfältige musikalische Möglichkeiten. Ob als Basis für Begleitung, beim jazzigen Walking Bass oder als harmonisches Element in modernen Genres – Akkorde bereichern das Bassspiel enorm. In diesem Artikel erfährst du, wie du Bass Akkorde sinnvoll und praxisorientiert lernen kannst. Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Übungen mit Metronom-Vorschlägen sowie typische Fehler und Korrekturen unterstützen dich dabei, deinen Sound zu verfeinern und deine Fingerfertigkeit zu steigern.

1. Warum Bass Akkorde spielen? Grundlagen und Vorteile

Im Gegensatz zur Gitarre ist der Bass meistens monophon, das heißt, er spielt einzelne Töne. Doch das Spielen von Akkorden kann sowohl im Solo als auch im Ensemblebereich reizvolle Klangfarben erzeugen, die dicker und harmonisch reicher wirken. Außerdem fördert das Studium von Akkorden das Verständnis für Harmonielehre und verbessert dein Gehör. Typische Einsatzbereiche von Bass Akkorden sind:

  • Jazz und Fusion
  • Funk und moderne Popmusik
  • Solo-Stücke und Bass-Solos
  • Songarrangements mit mehrstimmigen Basslinien

2. Die Grundlagen von Bass Akkorden

2.1 Aufbau von Akkorden auf dem Bass

Ein Akkord besteht aus mindestens drei verschiedenen Tönen, die harmonisch zusammenspielen. Die wichtigsten Akkordtypen sind:

  • Dur-Dreiklang: Grundton, große Terz, Quinte
  • Moll-Dreiklang: Grundton, kleine Terz, Quinte
  • Dominantseptakkord: Grundton, große Terz, Quinte, kleine Septime
  • Mollseptakkord: Grundton, kleine Terz, Quinte, kleine Septime

Auf dem Bass ist der verfügbare Platz begrenzt. Deshalb konzentrieren wir uns auf die wichtigsten Töne und nutzen häufig „Powerchords“ (Grundton und Quinte) als Basis.

2.2 Töne auf dem Griffbrett finden

Für das Akkordspiel brauchst du die Intervallabstände gut zu kennen. Beispiel Grundton C auf der A-Saite (3. Bund). Die große Terz (E) findest du zwei Bünde weiter auf der gleichen Saite oder auf der D-Saite im 2. Bund. Die Quinte (G) liegt auf der D-Saite im 5. Bund.

Fange an, die Terzen und Quinten auf deinem Griffbrett zu visualisieren, um komplexere Akkorde leichter zu greifen.

3. Schritt-für-Schritt: Erste Bass Akkorde greifen

3.1 Powerchords (Grundton + Quinte) – einfache Akkorde

Powerchords sind auf dem Bass sehr gebräuchlich und leicht zu greifen. Beispiel:

  • Grundton auf der E-Saite, z. B. A (5. Bund)
  • Quinte auf der A-Saite zwei Bünde höher (7. Bund)

Übe folgende Kombinationen langsam mit Metronom

  • Tempo: 60 bpm
  • Wechsle zwischen A5, G5 und D5

Kurz-Übeplan (10 Minuten):

  1. 5 Minuten Powerchord Speed Up – 4 Takte pro Akkord, alle 60 Sekunden 5 bpm schneller
  2. 3 Minuten kontrolliertes Wechseln mit Fokus auf sauberen Saitenwechsel
  3. 2 Minuten improvisiertes Grooven mit Powerchords (z. B. 12taktiger Blues)

3.2 Dreiklänge mit der kleinen Terz hinzufügen

Erweitere deine Powerchords mit der Terz, um Moll- oder Dur-Akkorde zu spielen.

Beispiel C-Dur:

  • Grundton C (A-Saite, 3. Bund)
  • Dur-Terz E (D-Saite, 2. Bund)
  • Quinte G (D-Saite, 5. Bund oder G-Saite, offen)

Übung mit Metronom:

  • Wechsle zwischen C-Dur, A-Moll und G-Dur Dreiklängen
  • Tempo: 50 bpm, vier Schläge pro Akkord
  • Fokus auf gleichmäßige Anschlagsdynamik

Fehler vermeiden: Vermeide unabsichtliches Dämpfen von Saiten und achte darauf, dass jede Note klar erklingt!

3.3 Vierklänge und erweiterte Akkorde

Komplexere Akkorde wie Septakkorde kannst du mit vier Fingern greifen. Beispiel Dominantseptakkord G7:

  • Grundton G (E-Saite, 3. Bund)
  • Dur-Terz B (A-Saite, 2. Bund)
  • Quinte D (D-Saite, 0 Bund)
  • kleine Septime F (G-Saite, 3. Bund)

Tipp: Da es eng auf dem Bassgriffbrett ist, kombiniere die Töne über mehrere Saiten und nutze das Andocken der Finger mit minimaler Bewegung.

Übungsplan (15 Minuten):

  1. 10 Minuten Greifübungen Dominant- und Mollseptakkorde langsames Tempo – 60 bpm
  2. 5 Minuten Spielen von 12-taktigen Blues-Progressionen mit septakkorden

4. Übungstipps für das effektive Lernen von Bass Akkorden

4.1 Sauberes Anschlagen und Saitendämpfung

Ein häufiger Fehler ist, dass die Töne durch unsauberes Anschlagen oder unkontrolliertes Schwingen anderer Saiten verschwimmen. Kontrolliere bei jedem Akkordspiel deine Fingerstellung:

  • Daumenseitig leicht auf den tieferen Saiten dämpfen
  • Anderen Fingern der Greifhand überschüssige Saitenkontakt verhindern

4.2 Effektiver Einsatz des Metronoms

Starte immer langsam und steigere das Tempo schrittweise. Hier ein Beispiel eines Übeplans für Powerchords:

  1. 5 Minuten bei 50 bpm, Fokus auf Sauberkeit
  2. 5 Minuten bei 70 bpm, sauberes Timing beibehalten
  3. 5 Minuten bei 90 bpm, leichte Groove-Variationen

5. Mini-Übeplan: Bass Akkorde in 15 Minuten

Du hast wenig Zeit, aber möchtest gezielt Bass Akkorde besser beherrschen? Hier ein kompakter Plan:

  1. 5 Minuten: Greifen und Wechseln von Powerchords
    Tempo 60 bpm, z. B. A5 – D5 – E5 – G5
  2. 5 Minuten: Dreiklänge mit Terz
    Wechsel zwischen C-Dur, A-Moll und G-Dur, Tempo 50 bpm
  3. 5 Minuten: Einfache Walking Bass Akkord-Übungen mit Dominantseptakkorden
    Tempo 60 bpm, Groove versuchen

6. Häufige Fehler und deren Korrektur

6.1 Unsaubere Tonansprache

Problem: Einige Töne klingen gedämpft oder gar nicht mit.

Lösung: Übe Einzelnoten jeder Saite, achte auf Fingerstellung und hämmere nicht mit Fingern auf andere Saiten.

6.2 Zu viel Griffkraft

Viele Spieler drücken zu fest, was schnelle Wechsel erschwert und ermüdet.

Lösung: Übe mit bewusst leichtem Griff, bis nur der notwendige Druck die Töne sauber klingen lässt.

6.3 Vernachlässigung der Saitendämpfung

Oft klingt das Akkordspiel „chaotisch“, weil zu viele Saiten schwingen.

Lösung: Lerne die Technik der rechten und linken Hand-Saitendämpfung parallel zur Akkordspieltechnik.

Fazit

Das Spielen von Bass Akkorden ist nicht nur eine spannende Erweiterung deines Spiels, sondern auch ein hervorragendes Mittel, um deine technische und musikalische Ausdrucksfähigkeit zu erweitern. Mit einem klar strukturierten Übeplan, der das Greifen von Powerchords, Dreiklängen und erweiterten Akkorden beinhaltet, kommst du schnell zu einem sauberen und musikalischen Klangbild. Wichtig sind vor allem kontrolliertes Saitendämpfen, sauberes Anschlagen und das schrittweise Erhöhen des Tempos am Metronom. So kannst du auch mit wenig Übezeit maximale Fortschritte erzielen. Nutze dein neues Wissen, um sowohl im Ensemble als auch solo überzeugend aufzutreten!

Quellen & weiterführende Links

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