Eine Hand spielt eine Bassgitarre in einem Studio.

Bass Licks lernen: Technik & Praxis für ambitionierte Bassisten

Bass Licks sind kurze, prägnante Patterns, die deinem Bassspiel Ausdruck und Persönlichkeit verleihen. Sie helfen dir, melodischer zu spielen, harmonische Zusammenhänge zu verstehen und deine Improvisationsfähigkeiten zu erweitern. In diesem Artikel erfährst du praxisnahe Techniken, wie du Bass Licks lernst, einübst und kreativ einsetzt. Außerdem liefern wir dir einen Mini-Übeplan mit konkreten Übungen, Metronom-Vorschlägen und Tipps zur Fehlerkorrektur.

Was sind Bass Licks und warum solltest du sie lernen?

Ein „Lick“ ist eine kurze, einprägsame Phrase, die oft als „Signature“ in Soli, Fill-Ins oder Groove-Bereicherungen dient. Für Bassisten bieten Licks die Möglichkeit, interessante rhythmisch-melodische Akzente zu setzen, Musiktheorie ins Spiel zu bringen und die Fingerfertigkeit zu trainieren.

Das regelmäßige Lernen von Bass Licks bringt folgende Vorteile:

  • Verbesserung des Gehörs und der musikalischen Sprache
  • Effizientes Lernen von Tonleitern, Arpeggien und Phrasierungen
  • Erweiterung des eigenen Stilrepertoires
  • Erhöhung der Technik-Sicherheit bei verschiedenen Rhythmusmustern
  • Flexibles Einsetzen bei Jam-Sessions und Bandproben

Wie du Bass Licks systematisch lernst

1. Auswahl geeigneter Licks

Beginne mit einfachen Licks, die auf den Grundtönen und Pentatonik-Skalen basieren. Die meisten erfolgreichen Bass Licks verwenden Tonleitern wie die Dur-, Moll- oder Blues-Pentatonik. Suche dir Licks aus deinem Lieblingsstil (z. B. Funk, Rock, Jazz) und lerne sie langsam Note für Note.

2. Langsam mit Metronom üben

Benutze ein Metronom, um Timing und Rhythmus zu verbessern. Starte bei etwa 60 bpm und spiele den Lick langsam und sauber. Erst wenn du die Fingerkoordination ohne Fehler beherrschst, erhöhst du das Tempo schrittweise in 5-bpm-Schritten. Bleibe dabei stets präzise und sauber.

3. Teile den Lick in kleinere Segmente

Wenn ein Lick aus mehreren Taktteilen besteht, übe diese einzeln, um die Details besser zu verstehen. Fingerwechsel, Hammer-Ons, Pull-Offs oder Slides solltest du isoliert trainieren, um sie gleichmäßig und flüssig auszuführen.

4. Mit Play-Alongs und in verschiedenen Tonarten spielen

Um musikalisch flexibel zu bleiben, spiele die Licks zu Backing-Tracks oder Begleitungen in unterschiedlichen Tonarten. Das verbessert dein Gehör und das Verständnis für harmonische Zusammenhänge auf dem Griffbrett.

Konkrete Übungen: Bass Licks Schritt-für-Schritt lernen

Übung 1: Einfacher Pentatonik-Lick in A-Moll (Tempo 60–90 bpm)

  1. Spiele die Noten A, C, D, E, G (A-Moll-Pentatonik) auf der D-, G- und A-Saite, Bund 5–8.
  2. Füge Hammer-Ons und Pull-Offs ein, z. B. von C auf D (Bund 8 auf 10) hammer-on und zurück pull-off.
  3. Spiele die Note G danach als Slide vom Bund 7 zum 8.
  4. Wiederhole dieses Pattern im Loop, zunächst langsam, dann steigere das Tempo.

Übung 2: Rock-Bass-Lick mit Powerchord-Anlehnung (Tempo 70–100 bpm)

  1. Spiele Grundton und Quinte der Tonart, z. B. E (Bund 7 auf A-Saite) und B (Bund 9 auf D-Saite).
  2. Ergänze den Lick mit chromatischen Übergängen (z. B. F – F# – G vor dem Grundton)
  3. Fokussiere dich auf saubere Anschläge mit Daumen oder Fingerspitzen.
  4. Spiele den Lick im Backing Track, um Timing und Groove zu integrieren.

Übung 3: Funk-Bass-Lick mit Synkopierung (Tempo 80–110 bpm)

  1. Wähle die C-Dur Tonleiter und spiele eine abgewandelte Version mit Ghost-Notes.
  2. Füge die typischen synkopierten Akzente ein – z. B. Achteltriolen pausieren und die Offbeats betonen.
  3. Arbeite speziell an der rechten Hand – perlege zwischen Daumen und Zeige-/Mittelfinger.
  4. Nutze ein Metronom mit leichtem Backbeat (z.B. auf 2 und 4) und fokussiere rhythmische Präzision.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Fehler 1: Zu schnelles Üben ohne Kontrolle

Viele Bassisten versuchen Licks direkt in voller Geschwindigkeit zu spielen. Das führt zu Ungenauigkeit, unsauberem Timing und Verspannungen. Lösung: Langsam und mit Metronom beginnen, erst bei sicherem Spiel das Tempo erhöhen.

Fehler 2: Unvollständiges Fingersatz-Training

Fingerwechsel oder spezielle Technikmuster werden oft vernachlässigt, was zu „Verheddern“ führt. Lösung: Licks in Teilabschnitten üben und Fingersätze bewusst festigen.

Fehler 3: Fehlender Groove und Dynamik

Technisch saubere Licks klingen mechanisch, wenn kein rhythmisches Gefühl dazukommt. Lösung: Übe mit Backing Tracks oder Drumloops und variiere laut-leise (Dynamik), damit der Lick lebendig wirkt.

Fehler 4: Licks isoliert lernen ohne Kontext

Es passiert häufig, dass Licks zwar sauber gespielt werden, jedoch nicht sinnvoll in Songs oder Improvisationen eingebunden sind. Lösung: Trainiere das Einfügen der Licks in typische Basslinien und jamme mit Band oder Play-Alongs.

Mini-Übeplan: 15 Minuten pro Tag für Bass Licks

Ein strukturierter Mini-Plan unterstützt den Fortschritt langfristig:

  1. 3 Minuten: Warm-Up mit chromatischen Tonleitern (langsames, gleichmäßiges Spielen)
  2. 5 Minuten: Neues Bass Lick auswählen und langsam mit Metronom bei 60 bpm üben, Fingersätze durchgehen
  3. 5 Minuten: Das Lick in Steigerung des Tempos spielen, zwischendurch Fehler analysieren und korrigieren
  4. 2 Minuten: Lick in Play-Along oder über eine Groove-Aufnahme einfügen, auf Timing und Dynamik achten

Bass Licks kreativ einsetzen – Tipps für deinen Alltag

  • Verwende Licks als stilistische Füller zwischen Songteilen (Intro, Übergänge, Breakdowns)
  • Experimentiere mit Variationen: Endungen verändern, rhythmische Pausen einbauen oder Tonleitern anpassen
  • Höre aktiv auf Bassisten, deren Stil du magst, und analysiere ihre Licks
  • Nimm dich beim Üben auf, um Fortschritte objektiv zu beurteilen
  • Bleibe flexibel und integriere Licks nicht mechanisch, sondern musikalisch – passe sie zum Songkontext an

Fazit

Bass Licks sind ein unverzichtbares Werkzeug für jeden Bassisten, der sein Spiel ausdrucksstark und musikalisch weiterentwickeln will. Sie reichen von einfachen Skalenfragmenten bis zu komplexen rhythmischen Mustern und fördern sowohl die Technik als auch das musikalische Verständnis. Wichtig ist, geduldig und strukturiert zu üben: langsames Lernen mit Metronom, Abschnittsarbeit, gezielte Fehleranalyse und das Einbauen der Licks in musikalische Kontexte. Mit regelmäßigem Training und kreativer Anwendung bieten Bass Licks dir neue Möglichkeiten, deinem Bassspiel die persönliche Note zu verleihen.

Quellen & weiterführende Links

© 2025 BassRocket. Keep grooving.